23 Mär, 2017
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Andrea McEwan

23.07.2010

Twitter macht aus mir einen faulen Blogger

Ich bin zu der Auffassung gelangt, dass tweeten einen als Blogger sehr faul macht. Zumindest gilt das für meinen Fall. Ich denke, "Oh, ich habe gerade ge-tweetet" und denke, mehr muss nicht sein. Aussdem war ich in letzter Zeit so beschäftigt, dass es fast unmöglich war einen vollständigen, langen Blog zu schreiben. Also, wie weit kann ich zurückgehen ohne Euch zu Tode zu langweilen, aber trotzdem die Bohnen des Lebens aus dem Batt-Quartier und mehr zu verteilen um Euren Durst für die detaillierten Automatismen meines Lebens, Träumen, Hoffnung, Lieblingsfarbe, Rezepte für Fish-Kuchen und mehr zu stillen?

OK, wir haben also Katies Video ("A Happy Place") in Berlin gedreht. Das war ein Spaß. Ich hatte schon länger diese Idee die Lifte im Hauptquartier von Radio Berlin (sie werden Paternoster genannt, nach der katholischen Gebetsperlenkette) wären ein guter Drehort für ein Video. Diese haben keine Türen und gehen ständig links hoch und rechts herunter, wie bei einem Jahrmarktgeschäft. Man betritt einfach die nächste Kabine, die vorbeikommt. Ziehmlich gefährlich, genau genommen, und es ist illegal, diese heutzutage zu bauen. So kam ich bereits ein paar Tage vorher an um den Ort zu besichtigen und eine Crew anzuheuern. Die Lifte fahren durch vier Etagen und deshalb wollte ich Kameras auf jeder Etage haben um Katie und die anderen Charaktere in Realzeit filmen zu können, während sie fuhren.

Wir benutzten diese fantastischen, neuen Kameras namens "Reds", die sich wie normale Filmkameras verhalten, in Wirklichkeit aber HD-Videokameras sind. Sie haben ein enges Gesichtsfeld und wenn man den Film-Look haben möchte, dann benutzt man Premiumlinsen. Wirklich hervorragende Kameras. Wie auch immer, unsere Nachtaufnahmen waren, sagen wir, interessant. Es waren die wohl eiligsten und stressvollsten Aufnahmen bei denen ich jemals Regie geführt hatte. Wir hatten nur fünf Stunden für die Aufnahmen in der Nacht und wegen einiger Probleme in der Kommunikation mit der künstlerischen Abteilung gingen manche Dinge vom Anfang bis zum Ende schief. Wir hatten Glück sehr talentierte Leute dabei zu haben. Von Christian Valle, unseren Brasilianisch-Englischen Choreographer, zu Quin Jessop, unserem englischen Kameramann (der Kamera Eins bediente), sowie eine Crew sehr guter deutscher Kameraleute und Schärfezieher. Die Tänzer (die ich in Berlin drei Tage vor Drehbeginn castete) waren grossartig. Das Endergebnis ist ein eigenwilliges Video, bei dem ich zugebe, dass es nicht jedermanns "Tasse Tee" ist, aber viele Leute mögen es. Und das freut mich.

Es ist sicherlich ungewöhnlich. Ich hörte, dass viele Leute sich beschweren, Katie würde so "extrem" aussehen. Ein Mensch (und ich hasse diese Art von ignoranten Kommentaren) soll gesagt haben "Die geldgeilen Leute von Dramatico haben Katie gezwungen das zu tun." - und ähnliche Kommentare. Alles in Katies vorsichtiger Veränderung in ihrem musikalischen und visuellen Stil sind von Ihr gewollt, mit mir und Anderen als Ratschlaggeber an der Seitenlinie. Sie steht hinter dem, was sie tut und hat es initiiert und das beinhaltet den Verdienst (oder die Schuld) von anderen im Team wie William Orbit und Guy Chambers. Es ist immer schwer für einen Künstler sich weiterzuentwickeln ohne dabei Leute zu verärgern. In diesem Fall sind die meisten Fans loyal geblieben und eine ganze "Flut" von neuen Fans sind dazugekommen, inklusive TV/Radio-Produzenten, die sie noch nie gehört hatten. Wie auch immer, niemand ist gestorben, also wenn Sie es nicht mögen.... Tut mir leid, Sie werden es überleben! Vielleicht wird sie ja im nächsten Album einfach amerikanische Evergreens singen und vom Hollywood Bowl Symphony Orchestra begleitet (oder auch nicht).

Das Album ist schnurstracks, in der Woche der Veröffentlichung, auf Nummer Eins der europäischen Billboard Charts durchmarschiert. Das bedeutet, dass sie hohe Chart Positionen in Europa erreicht hat. Darunter eine Nummer Vier in England und einige Platz1 in anderen Ländern. Wir sind sehr stolz auf sie. (Schon wieder!) Zur selben Zeit - genauer gesagt, am Tag der Veröffentlichung von "The House" - hatte ich mein Konzert in der Cadogan Hall. Es war eine tolle Sache - und ich werde definitiv weitere Shows wie diese machen. (Tatsächlich habe ich etwas Ähnliches letzte Woche in Stuttgart gemacht. Ich komme gleich dazu.) Cadogan ist keine grosse Halle, nur ungefähr tausend Plätze, aber ein schöner Ort. Und wir hatten ein grosses Orchester ("Das geheime Symphonie Orchester", mein 55-köpfiges Saison/Konzert Orchester, das für Hochzeiten, Bah Mitzvahs, hochbezahlte Firmenevents etc. gebucht werden kann) und Florence Rawlings als Chef-Hintergrundsängerin und Star zweier Songs. Wir hatten Kruky (Michael Kruk) von ThePlanets an den Drums und Jono (Jonathan Hill) von ThePlanets als Orchesterleiter (erste Violine). Ich dirigierte, sang und spielte die Joanna. Sarah Blasko lieh mir ihren Gitarristen Ben, der eine gute Ergänzung war - eine perfekte Kombination mit Louis Ricardi an der Hauptgitarre und Matt Round am Bass.

Wir haben eine Menge Lärm gemacht. Ich geniesse es immer "The Ride To Agadir" zu spielen, das immer sehr gut funktioniert, mit Florence als Haupt-Backgroundsängerin und mir, Louis und Ben. So hatten wir einen guten vokalen Harmonieblock. Wir haben das Ganze für das Fernsehen aufgezeichnet, ich hatter aber lange Zeit keine Möglichkeit das Material zu schneiden. Wir haben es nur für die Nachwelt konserviert. Wenn ich also mal ein alter Mann bin (in ein paar Monaten) kann ich zurückblicken und mich piesacken, dass ich früher mal berühmt war.

Dieses Jahr war ich künstlerischer Direktor beim Stuttgart Open Jazz Festival und wir gaben ein grosses Konzert namens "Starry, starry night", das ursprünglich besetzt war mit Katie Melua, Jessye Norman, Curtis Stigers, Til Brönner, das Stuttgart Philharmonische Orchester und moi. Ich empfand es als ziehmlich schwierig, in den Wochen der Vorbereitung des Konzerts, mit Jessye Norman zu kommunizieren um die Songs abzusprechen, die sie singen oder nicht singen wollte. Ganz ehrlich, ich fand es unmöglich und es begann das ganze Konzert für mich zu vermiesen. Aber durch reinen Zufall entwickelte sie eine Augeninfektion, gerade als ich nach Stuttgart aufbrach und musste absagen. Obwohl ich ihre Augeninfektion sehr bedauerte, von der ich hoffe, dass sie nun abgeklungen ist, so nahm mir ihre Absage eine Last von meinen Schultern. Sofort rief ich meine alte Freundin, die Sopranistin Anna-Maria Kaufmann, an und obwohl sie Samstag und Montag für Konzerte gebucht war, zustimmte am Freitag für Proben und für die Show am Sonntag zu kommen. Ich hatte nicht viel Zeit, mich um eventuelle Ausfälle zu kümmern, denn ich musste ja eine TV-Gala für circa 5000 Leute in der Porsche Arena organisieren. Es war eine Freude Anna-Maria dabei zu haben, die eine hilfsbereite, hübsche und tolle Sängerin ist.

Wir hatten eine Menge Zeit mit dem Orchester zu proben, allerdings weniger mit den eigentlichen "Stars", die überwiegend 24 Stunden vor dem Konzert anreisten. Daher war die letzte Probe am Sonntag Nachmittag eine grosse Panikveranstaltung. Ich hatte spezielle Arrangements von "All You Need Is Love" für das Orchester und das Ensemble vorbereitet. Dies sollte das Finale sein, plus einem Duke Ellington Titel "It Don`t Mean A Thing (If It Ain`t Got That Swing"), den wir allerdings ausliessen weil wir nie dazu kamen dafür richtig zu proben. Man kann halt kein dreistündiges Konzert in zwei Stunden proben. Aber "All You Need Is Love" erwies sich beim Publikum als grosser Hit.

Wie auch immer, es war ein Triumph. Wir alle sind nun grosse Fans von Curtis Stigers, dessen Kombination aus einer tollen Stimme und einer fantastischen Haltung, nicht zu vergessen, dass er ein brillanter Saxofon-Spieler ist, seine Starqualität bewies und somit eine Bereicherung für unser Konzert war. Er wird nächste Woche bei Ronnie Scott auftreten und meine Frau und ich werden hingehen um seinen Auftritt als Fans mitzukriegen. Eine weitere Bereicherung des Konzerts war der Trompetenmeister Till Brönner, eines der grössten Jazz-Talente, die in den letzten zehn Jahren aus Deutschland kommen. Er ist ein weiterer eindrucksvoller Charakter, der zusammen mit Curtis ein gutes Paar abgaben, als die beiden coolen Jazz-Fuzzis. Die beiden kannten sich schon. Das hatte wohl geholfen.

Katie konnte erst am Nachmittag aus Montreux anreisen. Daher hatten wir nur wenig Zeit mit ihr zu proben. Aber sie ist ein Profi, und wie gewöhnlich steckte sie alles mühelos weg. So viele Leute haben den Auftritt von Anna-Maria Kaufmann gelobt. Ich habe schon früher mit ihr Aufnahmen gemacht und wollen das gerne noch einmal wiederholen. Die 90-minütige Show wird demnächst zur besten Sendezeit in Deutschland ausgestrahlt, aber ich kenne das Datum noch nicht.

(Anmerkung des Übersetzers: "Starry, Starry Night" wird am 25.September 2010 um 20:15 auf 3SAT ausgestrahlt)

Nun bin ich jedoch hier mit meiner Familie auf Mallorca und wohne bei einer anderen Familie, die tolle Freunde sind und hier eine wirklich reizende Villa besitzen. Ich kann über Berge und das Meer blicken. Gestern waren wir an einem schönen Tapas Platz in einem Innenhof. Ich bin normalerweise nicht oft in den Ferien, aber so macht es eine Woche wesentlich schöner. Auch Katie ist momentan für eine Woche weg und geniesst mit ihrer Familie ihren Urlaub, nachdem sie eine Zahl von Sommerkonzerten und das Konzert vom Sonntag hinter sich hat. So, das ist das Neueste. Nichts lustiges oder schlaues, nur die Fakten. Ich hoffe, Ihr habt es trotzdem genossen. Mehr demnächst Frieden und Liebe Mike

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